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Von KiwiAgent Redaktion

Aktualisiert am 18.06.2026

3 Minuten Lesezeit

Mahnung Vorlage Österreich: Mahnstufen, Spesen & Verzugszinsen 2026

Mahnung Vorlage für Österreich: die 3 Mahnstufen, zulässige Mahnspesen und Verzugszinsen nach § 1333 ABGB und § 456 UGB — mit Beispiel und Fristen.

Beispiel einer Mahnung mit Mahnstufen und Verzugszinsen in Österreich

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Wann brauchst du eine Mahnung?

Zahlt ein Kunde die Rechnung trotz abgelaufenem Zahlungsziel nicht, erinnerst du ihn mit einer Mahnung an die offene Forderung. In Österreich ist keine Mahnung gesetzlich vorgeschrieben, um Verzug auszulösen — sie ist aber das übliche und kulante Mittel, bevor rechtliche Schritte folgen. Üblich sind drei Stufen.

Die 3 Mahnstufen

Stufe Bezeichnung Tonfall Typische Frist
1 Zahlungserinnerung freundlich, sachlich 7–14 Tage
2 1. Mahnung bestimmter, mit Mahnspesen 7–10 Tage
3 Letzte Mahnung letzte Frist, Ankündigung rechtl. Schritte 5–7 Tage

Eine Mahnung sollte enthalten: deine Daten und die des Kunden, die ursprüngliche Rechnungsnummer und das Rechnungsdatum, den offenen Betrag, eine neue Zahlungsfrist sowie — ab der ersten echten Mahnung — Mahnspesen und Verzugszinsen.

Zulässige Mahnspesen

Mahnspesen müssen den tatsächlichen, notwendigen Aufwand der Rechtsverfolgung decken und angemessen sein. In der Praxis werden je Mahnung meist zwischen rund 5 und 15 EUR verrechnet. Überhöhte oder pauschal „erfundene" Spesen sind nicht durchsetzbar. Bei Geschäften zwischen Unternehmern (B2B) sieht das Gesetz zusätzlich eine pauschale Betreibungskosten-Entschädigung von 40 EUR vor (§ 458 UGB).

Verzugszinsen — die gesetzlichen Sätze

  • Privatkunden (B2C): gesetzlicher Verzugszinssatz 4 % pro Jahr (§ 1333 i. V. m. § 1000 ABGB)
  • Unternehmer (B2B): 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz pro Jahr bei Verzug (§ 456 UGB)

Höhere Zinsen sind nur zulässig, wenn sie vertraglich vereinbart wurden. Verzugszinsen werden taggenau ab dem Tag nach Ablauf des Zahlungsziels berechnet.

Beispiel: 1. Mahnung an einen Geschäftskunden

Position Menge Einzelpreis Betrag
Offene Rechnung Nr. 2026-014 1 1.200,00 EUR 1.200,00 EUR
Verzugszinsen (15 Tage, B2B) 1 4,90 EUR 4,90 EUR
Mahnspesen 1 10,00 EUR 10,00 EUR
  • Offener Gesamtbetrag: 1.214,90 EUR

Die ursprüngliche Forderung enthält bereits die USt aus der Erstrechnung. Mahnspesen und Verzugszinsen sind als Schadenersatz selbst nicht umsatzsteuerbar.

Häufige Fragen

Muss ich dreimal mahnen, bevor ich klage? Nein. Drei Stufen sind üblich und kulant, aber rechtlich nicht zwingend. Nach Ablauf des Zahlungsziels könntest du theoretisch direkt rechtliche Schritte einleiten.

Ab wann darf ich Verzugszinsen verlangen? Ab dem Tag nach Ablauf des vereinbarten oder gesetzlichen Zahlungsziels. Eine Mahnung ist dafür nicht zwingend nötig.

Sind Mahnspesen umsatzsteuerpflichtig? Nein. Mahnspesen und Verzugszinsen sind Schadenersatz und unterliegen nicht der USt.

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